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Kormoran zum Vogel des Jahres gekürt !

Leserbrief Reaktion des LVDSF-Hessen e.V. auf  NABU-Nominierung für „Vogel des Jahres 2010“

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Kormoran als „Vogel des Jahres 2010“ zu nominieren, stieß bei den Deutschen Anglerverbänden (Verband Deutscher Sportfischer VDSF + Deutscher Anglerverband DAV) auf großes Unverständnis. Die beiden Präsidenten der Verbände, Peter Mohnert (VDSF) und Prof. Dr. Werner Steffens (DAV) kritisierten heftig den Naturschutzbund Deutschland e.V.  (NABU) und den Landesverband für Vogelschutz in Bayern (LBV) für seine provozierende Ernennung des Kormorans zum Vogel des Jahres.

In unseren Bundesländern konnte in jahrelangem Kampf, gegen die Vogelschutzfundamentalisten und Wahrheitsverdreher, erstmals wissenschaftlich bewiesen werden, welch starke Schäden durch den Fraßdruck der Kormorane in stehenden und fließenden Gewässern, angerichtet wurden. Die Existenz von Betreibern verschiedenster Zucht- und Teichanlagen wurde von dem Vielfraß, der bevorzugt Edelfische verspeisst, bedroht und konnte nur durch die Verordnungen zum Schutz der Fischbestände in Teichanlagen abgewendet werden. Große Mühe und noch mehr Geld hat es die Gemeinschaft der Angler gekostet, die fast ausgerotteten Arten (z.B. 96% der Äschen in Gebirgsflüssen gem. wissenschaftlicher Untersuchungen der TU München)  zu schützen.

Nun werden im Zuge der Ernennung zum Vogel des Jahres erneut Unwahrheiten, Verharmlichungen (Fraßverhalten: Edelfische nur geringer Anteil der Beute) und schlichte Lügen über den Kormoran unter der Bevölkerung verbreitet. Er gehört in unsere Tierwelt, er hat eine Existenzberechtigung, aber er hat ebenso wenig wie jede andere Art das Recht, andere Arten auszurotten, nur weil er Federn hat. 

Die selbsternannten Naturschützer schrecken bei der Hege und Pflege des Kormorans nicht mal davor zurück, dass 90% der typischen Flieswasserfischarten auf der Roten Liste stehen und ihr Einsatz zum Schutz des Vogels dieses Artensterben beschleunigt. Ebenso skrupellos werden die so genannten Weißfische (Rotaugen, Brachsen,…) zur radikalen Dezimierung frei gegeben, da sie „wirtschaftlich, unbedeutenden“ Arten zugerechnet werden.

Die Benennung des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 ist ein Schlag ins Gesicht für alle wirklichen Naturschützer und die gesamte Anglerschaft.

Wir als Schützer der Fischereibestände in Deutschland werden auch in Zukunft viel Geld in die Hand nehmen, ebenso werden unsere Mitglieder viel Zeit opfern, um die Artenvielfalt unserer Gewässer, wie jahrzehntelang praktiziert hochzuhalten. Wir werden auch Arten die keinerlei wirtschaftliche Bedeutung haben (z.B. Maifisch) in unseren heimischen Gewässern pflegen und hegen, denn gerade das Verhindern von Artensterben ist in unseren Augen Naturschutz in Reinform.

Mit freundlichen Grüßen

Willi Laut (Präsident)

Tim Groeger (Geschäftsführer)

Statement zu diesem Thema:

Mit seiner Wahl zum Vogel des Jahres 2010 will der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern provozieren. Anders kann man sich diese Entscheidung nicht erklären. Nach dem Vogel des Jahres 2009, dem Eisvogel, der für lebendige Flüsse und Auen steht, sollen nun angeblich 15000 mit behördlicher Genehmigung jährlich in Deutschland getöteter Kormorane dafür herhalten, die Naturschutz-Bemühungen vieler Angelvereine zu torpedieren.

Anstatt eine sinnvolle Zusammenarbeit anzustreben, versucht der NABU damit offenbar eine Art Naturschutz-Monopol auf dem Rücken von Karausche, Äsche, Aal, Meerforelle und Co. durchzusetzen. Es wird sogar ernsthaft behauptet, dass eine Einstellung der Abschussgenehmigungen dem Artenreichtum unter Wasser förderlich sei. NABU-Zitat:„Gibt es ausreichend Ruhezonen für Kormorane, dann verringert sich auch der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten.“

Tatsache aber ist, dass die geschützten Kormoran-Bestände ohne natürliche Feinde in den letzten Jahren über das erträgliche Maß hinaus angestiegen sind. Tatsache ist auch, dass sich die Vögel inzwischen bis hinauf in die Äschenregionen der Flüsse ausgebreitet haben, sich ausschließlich von Fischen ernähren und dabei auch seltene Arten weiter dezimieren.

Man darf sich fragen, warum man seitens der Vogelschützer nicht mit gleicher Energie versucht dem Adler wieder eine Heimat zu geben. Er währe in der Lage dem Kormoranproblem auf natürliche Weise zu begegnen. Zu seinem Beuteschema gehören aber auch fast alle anderen Vögel und kleine und mittelgroße Säuger.     

Jürgen Adam (Web-Admin SFC Echzell)